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Bedienungsanleitung Kitzrettung

Anfragen, Einsätze, Drohnenflug, Helfer — andere Ansicht wählen

🏁 Kapitel 1: Erste Schritte

Die Kitzrettung ist Teil Ihres Reviers. Sie arbeiten dort mit dem Zugang, den Ihnen der Revier-Verwalter freigeschaltet hat.

  1. Melden Sie sich mit Ihrem Google-Konto an (wildkamera24.com → Mit Google anmelden).
  2. Öffnen Sie die Ansicht, die für Sie freigegeben ist: Jäger über die Karte (Kitzrettungs-Modus), Landwirte über den Reiter Kitzrettung.
  3. Erscheint "Kein Revier zugewiesen", wenden Sie sich an den Revier-Verwalter.

🗺 Kapitel 2: Karte & Navigation

Kartenansicht und Basiskarten

Die Karte ist das Herzstück der Anwendung. Über den Layer-Kontrolle-Button oben rechts können Sie zwischen verschiedenen Basiskarten wechseln:

  • OpenStreetMap — Standard-Strassenkarte mit guter Detailtiefe.
  • Topographisch — Höhenlinien und Geländedarstellung, ideal für die Jagdplanung.
  • Satellit — Luftbild/Satellitenaufnahme für realistische Geländeansicht.

Layer ein-/ausblenden

Über die Layer-Kontrolle (Symbol oben rechts auf der Karte) können Sie verschiedene Informationsebenen ein- und ausblenden:

  • Hochsitze — Alle Jagdeinrichtungen im Revier.
  • Kameras — Positionen der Wildkameras.
  • Abschüsse — Eingetragene Pirschabschüsse als Marker.
  • Sichtungen — Gemeldete Wildsichtungen.
  • Wildwechsel — Markierte Wildwechsel-Pfade.
  • Grenzen — Reviergrenzen und Nachbar-Reviere.
  • Satellitenbilder — NDVI (Vegetationsindex), NDMI (Feuchtigkeitsindex) und weitere Fernerkundungsdaten.

Aktivierte Layer werden farblich hervorgehoben. Die Einstellung bleibt beim nächsten Besuch erhalten.

Kulturen und Erntestand

Die Ebene Kulturen zeigt je Flurstück die angebaute Kultur des laufenden Jahres (automatische Erkennung aus Satellitenbildern). Zusätzlich zeigt sie den Erntestand — die Kultur bleibt dabei sichtbar:

  • Glatte Kulturfarbe — Bestand steht (Deckung) oder es liegt keine Angabe vor.
  • Stoppel-Schraffur, ✂ mit Datum — abgeerntet, aus dem Satellitenverlauf gemessen.
  • Grüne Punkte, 🌱 — nach der Ernte wieder bewachsen (Zwischenfrucht, Ausfallgetreide, Neuansaat) — wieder Deckung und Äsung.
  • Blasse Stoppel-Schraffur, ✂? — nach Kalender abgeerntet: Für diese Fläche gibt es keine Satellitenmessung. Getreide und Raps gelten ab dem 15. September als geerntet.
Die Kalender-Angabe sagt nur, dass die Hauptfrucht vom Feld ist — nicht, ob dort inzwischen eine Zwischenfrucht steht. Mais, Rüben, Kartoffeln und Grünland werden nie nach Kalender als geerntet markiert; dort gibt es eine Angabe nur mit Messung. Im Popup der Fläche steht, woher die Angabe stammt.

GPS-Standort ermitteln

GPS (Global Positioning System) ermöglicht die satellitengestützte Standortbestimmung direkt im Browser. Tippen Sie auf das GPS-Symbol (Fadenkreuz-Icon) auf der Karte, um Ihren aktuellen Standort zu ermitteln. Die Karte zentriert sich auf Ihre Position und zeigt einen blauen Punkt mit Genauigkeitskreis an.

GPS-Berechtigung
Beim ersten Mal fragt Ihr Browser um Erlaubnis, Ihren Standort zu verwenden. Erlauben Sie den Zugriff, damit die GPS-Funktionen korrekt arbeiten. Ohne GPS-Zugriff können Abschüsse und Sichtungen nicht automatisch verortet werden.

Ort suchen (Suchfunktion)

Über das FAB-Menu oder das Suchfeld können Sie Orte, Adressen und Koordinaten suchen. Geben Sie einen Ortsnamen oder eine Adresse ein und wählen Sie das Ergebnis aus der Vorschlagsliste. Die Karte springt anschließend zum gewählten Ort.

🐦 Kapitel 3: Kitzrettung

Kitzrettungs-Modus aktivieren

In der Jäger-Karte befindet sich ein Floating-Button für den Kitzrettungs-Modus. Beim Aktivieren werden:

  • Alle Landwirt-Flächen mit Rettungs-Markierung angezeigt.
  • Ein Suchfeld und Checkboxen für die Flächenauswahl eingeblendet.
  • Die Flächen client-seitig gerendert für schnelle Reaktion.

Rettungsanfrage stellen (Landwirt)

Landwirte können über den Reiter Kitzrettung eine Anfrage stellen:

  1. Öffnen Sie den Tab "Kitzrettung" und tippen Sie auf Neue Anfrage.
  2. Wählen Sie die Fläche(n) aus, auf denen gemäht werden soll.
  3. Geben Sie den geplanten Mähtermin an.
  4. Die Anfrage wird an den zuständigen Jäger übermittelt.

Der Status der Anfrage (angefragt, eingeplant, abgesagt, storniert) wird im Kalender und der Anfragenliste angezeigt.

Einsätze planen (Jäger)

Jäger sehen eingehende Rettungsanfragen im Einsatz-Tab und können:

  • Anfragen zu Einsätzen zusammenfassen (automatische Gruppierung nahegelegener Flächen).
  • Einsatz-Status verwalten: geplant → bestätigt → aktiv → abgeschlossen.
  • Wetter-Check für den geplanten Zeitpunkt durchführen (Ampel-Badge: grün = gut, gelb = grenzwertig, rot = ungünstig).
  • Chat-Benachrichtigungen bei Status-Änderungen versenden.

Drohnenpilot-Zuweisung

Für die Kitzsuche per Drohne können Piloten zugewiesen werden:

  • Der Einsatzleiter weist einem Einsatz einen oder mehrere Piloten zu.
  • Der Pilot erhält eine Benachrichtigung und kann den Einsatz annehmen oder ablehnen.
  • Während des Einsatzes teilt der Pilot seine Position in Echtzeit (30-Sekunden-TTL).
  • Helfer können mit Rollen (Begehung, Transport, Erstversorgung) zugewiesen werden.

Missionstypen & Hindernisse

Beim Erstellen einer Drohnenmission stehen verschiedene Missionstypen zur Verfügung:

  • Thermal (Kitzrettung) — Standardmission mit Wärmebildkamera in Mäanderlinien über die Fläche.
  • 2D-Kartierung — Orthofoto-Erstellung mit definierter GSD (Bodenauflösung) und Überlappung.
  • 3D-Kartierung — 5 Durchgänge (1 Nadir + 4 Schräg) für 3D-Modelle und Punktwolken.
  • Korridor-Kartierung — Kartierung entlang einer Leitlinie (z.B. Feldwege, Bachläufe).
  • Grenzsteine suchen — Fliegt jeden Eckpunkt des Polygons in niedriger Höhe (10m) an, schwebt kurz und fotografiert senkrecht nach unten. Ideal zum Auffinden und Dokumentieren von Grenzsteinen an Flurstückgrenzen.

Hindernisse: Strommasten und Leitungen

Hindernisse werden automatisch aus OpenStreetMap geladen oder können manuell gesetzt werden. Für jedes Hindernis kann das Flugverhalten eingestellt werden:

  • Umfliegen — Die Drohne weicht seitlich aus (Standard für niedrige Hindernisse).
  • Darüber fliegen — Die Drohne steigt über das Hindernis.
  • Darunter fliegen — Die Drohne sinkt ab und fliegt unter Leitungen/Kabeln hindurch. Ab 20m Masthöhe wird dies als Standard vorgeschlagen, da genug Platz zum sicheren Unterfliegen besteht.

Bei Stromleitungen berechnet das System automatisch den Durchhang (Kettenlinien-Modell) und prüft, ob ein sicheres Unterfliegen möglich ist. Die Unterflieghöhe kann pro Mast individuell eingestellt werden.

Kitzrettungs-Aufträge

Neben der Einsatzplanung können Kitzretter und Jäger auch Aufträge erstellen, um einzelne Rettungsaktionen strukturiert zu planen:

  1. Im Einsatz-Tab auf Auftrag erstellen tippen.
  2. Flächen auf der Karte auswählen und den Auftrag-Typ (immer "Kitzrettung") festlegen.
  3. Landwirt zuweisen: Entweder aus der Liste bekannter Landwirte oder als externen Kontakt mit Name, Telefon und E-Mail eintragen.
  4. Datum und optionale Bemerkungen eingeben.

Kitzretter können Aufträge auch ohne Landwirt-Zuordnung erstellen (z.B. für Eigeninitiative oder wenn der Landwirt nicht auf der Plattform registriert ist).

Teilnehmer verwalten

Jedem Auftrag können Teilnehmer mit verschiedenen Rollen zugeordnet werden:

  • Pilot — Drohnenpilot für die Kitzsuche aus der Luft.
  • Helfer — Unterstützung am Boden (Begehung, Transport, Erstversorgung).
  • Kitzretter — Koordination und Durchführung der Rettung.
  • Sonstige — Weitere Beteiligte (z.B. Jagdaufseher, Veterinär).

Teilnehmer können auf zwei Wegen hinzugefügt werden:

  • Plattform-Benutzer — Tippen Sie mindestens 2 Zeichen ein, um registrierte Benutzer per Autocomplete zu finden. Name, Telefon und E-Mail werden automatisch übernommen.
  • Externe Personen — Über "Externen hinzufügen" können Sie Name, Telefon und E-Mail manuell eingeben.

Jeder Teilnehmer hat einen Status: eingetragen (Standard), bestätigt oder abgesagt. Kontaktdaten (Telefon, E-Mail) sind direkt klickbar.

🛣 Kapitel 4: Routen & Navigation

Wegroute berechnen

Über FAB → Standort → Wegroute können Sie eine Route berechnen:

  1. Tippen Sie auf den Startpunkt auf der Karte (oder nutzen Sie GPS).
  2. Tippen Sie auf den Zielpunkt.
  3. Wählen Sie den Modus: Auto, Fuss oder Fahrrad.
  4. Die Route wird berechnet und auf der Karte angezeigt, inklusive Entfernung und geschätzter Fahrzeit.

Die Routenberechnung nutzt OSRM (Open Source Routing Machine) mit eigenen Servern für Auto (Port 5000), Fuss (Port 5001) und Fahrrad (Port 5002).

Via-Punkte setzen

Sie können Zwischenziele (Via-Punkte) setzen, indem Sie auf die berechnete Route tippen und den Punkt verschieben. Die Route wird automatisch neu berechnet. Auch POIs (Points of Interest) können als Zwischen- oder Endpunkte gewählt werden.

Route teilen

Berechnete Routen können per Link geteilt werden. Der Empfänger sieht die Route auf der Karte und kann sie zur Navigation nutzen.

Feuchtigkeits-Warnung
Wenn Satellitenbilder (NDMI) verfügbar sind, zeigt die Route Bereiche mit hoher Bodenfeuchtigkeit an. Ein Warnsymbol erscheint, wenn die Route durch feuchte Gebiete führt — nützlich für die Einschätzung der Befahrbarkeit von Waldwegen.

Wildkamera24 Bedienungsanleitung — Stand: Oktober 2026

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